Katholische Kindertagesstätte St.Josef, Tel. 02822 / 51228

Die Geschichte des Kindergartens

Die Geschichte des Kindergartens ist über die Jahre hinweg recht wechselvoll gewesen.

 

Der ursprüngliche Bau aus dem Jahre 1940/41 wurde im Krieg zu Zeiten des nationalsozialistischen Regimes als sog. N.S.V. Kindergarten bzw. Tagesstätte errichtet. Direkt nach der Zerstörung Emmerichs im Jahre 1945 war das Haus zweckentfremdet worden und weil es nicht zerstört war, wurde es vorübergehend zur Anlaufstelle mit Mittagsverpflegung für durchziehende Soldaten.

 

Im Jahre 1946 übernahm die Kirchengemeinde Liebfrauen das Haus und stellte zur Betreuung der Kinder 3 Nonnen ein. Die Leitung der Einrichtung übernahm nach kurzer Zeit Frau Margret Dronia, eine weltliche, ausgebildete Erzieherin, die die Einrichtung dann über viele Jahre hinweg leitete.

 

In einem Mehrzweckraum hatten die Nonnen zusätzlich zur Kinderbetreuung eine Nähschule für Frauen und Mütter eingerichtet, die erst in den 60er Jahren aufgelöst wurde.

 

Die geburtenstarken Jahrgänge machten es erforderlich, die Räume ausschließlich für die Kinderbetreuung zu nutzen. Die Gemeinde Liebfrauen baute zwei weitere Räume an, so dass die Einrichtung in Spitzenzeiten 4 Gruppen mit je 30 Kindern, also insgesamt 120 Kinder beherbergte.

 

Ein zentraler Waschraum war die Anlaufstelle für die hygienischen Bedürfnisse aller Kinder. Im ersten Stock gab es noch immer eine Dienstwohnung, teils für den Organisten der Kirche und später für eine Angestellte mit ihrer Familie.

 

Erst zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Wohnung frei und die Einrichtungsleiterin meldete bei der Kirchengemeinde den Bedarf nach einem Turnraum und einer Gruppenraumvergrößerung an. Die bauliche Veränderung wurde genehmigt und das Turnen im ersten Stock möglich – eine große Bereicherung für die Arbeit. Zwei sehr kleine Räume konnten zu einem großen Gruppenraum gemacht werden.

Im Jahre 1993/94 hatte ein erneuter Antrag auf Um- und Ausbau Erfolg. Die Einrichtung wurde komplett vom Dach, über Fenster, Heizung, Sanitäreinrichtungen bis hin zu den Fußböden saniert und den aktuellen pädagogischen Standards entsprechend angepasst.

 

Um diesen Umbau zu realisieren war es notwendig, die Betreuung aller Kinder vorübergehend in zwei Provisorien zu verlagern. Das Michaelsheim und ein Schulpavillon an der Grundschule waren die Ausweichquartiere.

 

Nach dem Wiedereinzug 1994 in das neue fertige Gebäude haben alle Gruppen weitere Innenausbauten mit Podesten, Höhlen, Ebenen und abgegrenzten Spielecken erhalten.

 

Damit das gelingen konnte, haben die Mitglieder der Liebfrauengemeinde solidarisch auf allen Ebenen und in den Verbänden durch Aktionen wie Weihnachts- und Trödelmärkte viel zur Beschaffung der finanziellen Mittel für „ihren“ Kindergarten beigetragen.

 

Eine letzte wesentliche Veränderung wurde durch den demographischen Wandel vom Jugendamt initiiert. Der Bedarf der U3 Betreuung und die Nachfrage nach Plätzen für diese Alterstufe wurde im Jahre 2009 immer größer. Die Gemeinde – inzwischen fusioniert zu St. Christophorus – sah die Chance für einen erneuten Ausbau im Hinblick auf die Belange dieser Altersstufe.

 

Nach zwei Jahren- wieder einmal im Provisorium mit 2 U3 Gruppen, konnte im Jahre 2011 die Baumaßnahme mit zwei Ruheräumen und einem Nass- und Wickelbereich sowie einem vergrößerten Turnraum fertig gestellt und in Betrieb genommen.

 

Darüber hinaus ist auch der Spielplatz in den letzten Jahren nach dem großen Umbau 93/94 mehrfach umgebaut und den Bedürfnissen der Kinder entsprechend angepasst und bereichert worden.

 

Für die Zukunft steht fest, dass Gebäude und Spielplatz auch künftig den weiteren Herausforderungen, die die pädagogischen Veränderungen mit sich bringen angepasst werden müssen. Die Frage „Was brauchen Kinder?“ ist dabei immer der maßgebende Blickwinkel.